Häufige Fragen
Im kostenfreien Orientierungsgespräch schildern Sie Ihre Situation, ich höre zu und stelle vertiefende Fragen.
Wir klären, welches Format zu Ihrer Situation passt und welche Kriterien zu erfüllen sind: der zeitliche Rahmen, welche Ressourcen zur Verfügung stehen und was Sie sich von der Zusammenarbeit erhoffen.
Sie entscheiden in Ruhe über die Zusammenarbeit.
Der Mentor — Urbild der weisen Wegbegleitung
Der Begriff Mentor wurzelt in der griechischen Mythologie: Mentor war der Vertraute des Odysseus, dem dieser vor seiner Abfahrt nach Troja seinen Sohn Telemachos ans Herz legte. Die Göttin Athene wählte immer wieder Mentors Gestalt, um dem jungen Mann mit Weitsicht, Zuspruch und klugem Rat den Weg zu weisen.
Aus diesem mythischen Urbild hat sich ein zeitloses Verständnis entfaltet: Ein Mentor ist ein lebenserfahrener Wegbegleiter, der einem Menschen in Umbrüchen, Reifungsprozessen oder an Schwellen des Werdens zur Seite tritt — durch geteiltes Erfahrungswissen, durch die Kunst der richtigen Frage zur richtigen Zeit und bisweilen auch durch stilles, haltendes Dabeisein.
Was die Gestalt des Mentors von verwandten Begleitrollen unterscheidet, liegt in feinen, doch wesentlichen Nuancen:
Wo der Coach vorrangig mit Fragetechniken arbeitet und sich inhaltlich zurücknimmt, bringt ein Mentor die Fülle eigener Lebens- und Berufserfahrung bewusst ins Gespräch ein. Wo der Berater mit fertigen Empfehlungen aufwartet, eröffnet ein Mentor Denkräume, in denen der Mentee eigene Antworten reifen lassen kann. Und wo der Lehrer Wissen vermittelt, steht im Mentoring die ganzheitliche Entfaltung der Persönlichkeit im Mittelpunkt.
Im Kern lebt Mentoring von einer Beziehung auf Augenhöhe, getragen von Vertrauen und wechselseitigem Respekt — eine Begleitung, in der jemand mit gereifter Erfahrung Orientierung schenkt, Horizonte weitet und dem anderen hilft, seinen ureigenen Weg zu erkennen. Ganz so, wie Athene, die Göttin der Weisheit, es einst für Telemachos tat.
Was meine Arbeit als Mentorin besonders macht
Konflikte eskalieren selten am Gesagten — eher an dem, was unausgesprochen bleibt. Ihre Dynamik entfaltet sich in Verschiebungen, Bedeutungen und wechselseitigen Wahrnehmungen, oft weit entfernt von dem Thema, über das gestritten wird.
Über mehr als zwanzig Jahre habe ich ein Sensorium verfeinert, das genau dort ansetzt: Spannungen frühzeitig wahrnehmen, Dynamiken durchschauen und mit Präzision einordnen, wo ein Konflikt seinen eigentlichen Ursprung hat — häufig jenseits seines Anlasses. Ich lese den gesamten Raum: das Zusammenspiel mehrerer Personen, das Verhältnis von Gesagtem und Gemeintem, den Moment, in dem eine Situation zu kippen beginnt.
Meine besondere Stärke liegt in der Begleitung genau dieser entscheidenden Momente: dort, wo es darauf ankommt, eine Unterscheidung zu treffen, eine Haltung einzunehmen oder ein Gespräch zu führen, das den Lauf der Dinge verändert. Diese Arbeit berührt sensible Bereiche. Sie verlangt Präzision, Zurückhaltung und einen sicheren Rahmen, in dem auch das zur Sprache kommen darf, was bisher ungesagt geblieben ist — in Ruhe, im eigenen Tempo.
In der koreanischen Kultur gibt es für diese Form sozialer Intelligenz einen eigenen Begriff: Nunchi (눈치) — wörtlich zusammengesetzt aus nun (Auge) und chi (Maß, Gespür). Es meint jenes geschulte Sensorium, mit dem ein Mensch die unausgesprochene Stimmung eines Raumes, die Befindlichkeit eines Gegenübers und die subtilen Dynamiken zwischen Menschen unmittelbar erfasst. Nunchi gilt dort als eine der wertvollsten zwischenmenschlichen Fähigkeiten — ein innerer Kompass, der weit über Empathie hinausreicht.
Betrachte ich meinen eigenen Weg — den präzisen, analytischen Blick, den das Designstudium geschärft hat, die Kunst, einen Raum zu lesen, die das Theater lehrte, jenes unmittelbare Erspüren des Gegenübers, das im Tanz und in der somatischen Körperarbeit reifte, das feine Gewahrsein für Dynamiken, das nur in der Ensemblearbeit entsteht; die Tiefe der Bewusstseinsforschung und die Klarheit, die aus der Konfliktarbeit erwächst — so ist Nunchi das treffendste Wort für das, was aus diesen vier Jahrzehnten erwachsen ist.
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Für welche Menschen ist diese Arbeit gedacht?
Für Menschen, die erkennen: So kann es unmöglich weitergehen.
Die vertrauten Werkzeuge, Modelle und Methoden greifen ins Leere. Was bisher funktionierte, ist dem, was jetzt ansteht, entwachsen. Und das eigentliche Thema verbirgt sich woanders als dort, wo bisher gesucht wurde.
Sie befinden sich in einer dieser Situationen:
Eine Krise, die einer gründlichen Analyse bedarf — jenseits der naheliegenden Erklärung. Eine Lage, die zunächst stabilisiert werden muss: ein Pflaster, um zu deeskalieren, bevor die eigentliche Klärung überhaupt beginnen kann. Zusammenhänge, die sich verdichtet und verschoben haben, bis niemand mehr klar benennen kann, was wohin gehört. Wer muss mit wem was klären? Was hängt zusammen, was ist auseinanderzuhalten? Welche Entscheidung duldet keinen weiteren Aufschub?
Sie führen Menschen und suchen einen Rahmen, in dem sich klären lässt, was geklärt werden muss. Gespräche drehen sich im Kreis. Konflikte überdauern jeden Versuch, sie beizulegen. Dieselben Muster kehren wieder — und es wird unabweisbar, dass es um Grundsätzliches geht: darum, die Dynamiken zu durchdringen, die unter der Oberfläche wirken.
Und für Menschen, die die erste Wegstrecke bereits hinter sich haben.
Die aus eigener Erfahrung begriffen haben, dass der genaue Blick weiterführt als der schnelle. Die erkannt haben, dass Prävention klüger ist als Reparatur. Die eine Atempause nutzen wollen, um die nächste Etappe bewusst zu gestalten — statt erneut in Muster zu verfallen, die sie längst durchschaut haben.
Oder die feststellen, dass das bisherige Vorgehen zwar Erleichterung gebracht hat — das Thema sich jedoch als weitreichender erweist als vermutet. Dass unter der Oberfläche Ursachen schlummern, die bisher unbenannt geblieben sind. Und dass es jetzt darum geht, diese Ursachen freizulegen — bevor sich wirklich etwas wandelt.
Was am Ende dieser Arbeit steht: Klarheit darüber, was vorliegt, was zu tun ist und in welcher Reihenfolge. Und die wachsende Fähigkeit, diese Unterscheidung aus eigener Kraft zu treffen.
Für Künstler und Menschen in der Kreativwirtschaft
Konflikte im kreativen Berufsfeld haben eine eigene Qualität — und verlangen ein eigenes Verständnis.
Das Persönliche und das Professionelle sind hier selten sauber voneinander zu trennen. Ein Streit über künstlerische Entscheidungen ist oft gleichzeitig ein Streit über Identität, Anerkennung, Kontrolle. Wer die Musik schreibt, wer die Rolle bekommt, wer das letzte Wort hat — das sind Fragen, die tief ins Selbstbild reichen.
Mein eigener Hintergrund in den bildenden und darstellenden Künsten, die Jahre im Theater, die Arbeit mit Künstlerinnen und Künstlern im Studium und später als Projektmanager in einer Eventagentur geben mir einen Zugang, der aus eigener Erfahrung kommt. Ich kenne die besonderen Druckverhältnisse und die Komplexität kreativer Prozesse.
Gleichzeitig komme ich von außen — unbelastet von den öffentlichen Erwartungen, den Hierarchien, den unausgesprochenen Loyalitäten, die im Kunstbetrieb so viel bewegen. Das macht mich zu einer Gesprächspartnerin, bei der Künstlerinnen und Künstler einfach sie selbst sein können.
Seit drei Jahren begleite ich Menschen, die in der Musikindustrie tätig sind.
Was kann ich von der Zusammenarbeit erwarten?
Aufrichtigkeit. Ungeschminkt — und mit der Entschlossenheit, das beim Namen zu nennen, was Sie sicher längst wissen. Auch wenn bislang die rechten Worte fehlten.
Sie gewinnen eine Gesprächspartnerin, die frei von Urteil hinschaut — und eben deshalb eine Klarheit mitbringt, die zuweilen unbequem ist. Die genau weiß, dass alles, was sich gerade anfühlt wie Blei — ein vergiftetes Umfeld, eine Schwere in Kopf und Körper, Dinge, die zu lange aufgeschoben oder verdrängt wurden, weil sich der rechte Moment einfach nie ergab — im Grunde Rohmaterial ist.
Denn jede Krise, jeder Konflikt trägt einen außergewöhnlichen Keim in sich — den Keim der Wandlung und der Neuausrichtung.
Dieses Gold zu bergen beginnt damit, einen Blick in den eigenen Schatten zu wagen, tief durchzuatmen und genauer hinzusehen. Was dort zum Vorschein kommt, ist selten eine echte Überraschung. Und doch: Bislang fehlte der geschützte Raum, es wirklich zu betrachten — und das Wissen, welcher Schritt als nächster folgt. Denn Hinschauen allein ist erst der Anfang. Die Erkenntnis, die das Leben tatsächlich verändert, entsteht auf dem Weg danach.
Der unbedingte Wille, sich wirklich einzulassen — das ist die Voraussetzung. Wenn dieser gegeben ist, bin ich Ihre Mentorin.
8 Fragen zur Selbstprüfung
- Bin ich bereit, ehrlich auf mich selbst zu schauen?
- Suche ich echtes Verständnis — oder vor allem eine schnelle Lösung?
- Spüre ich, dass meine bisherigen Ansätze zu kurz greifen?
- Bin ich offen dafür, dass das eigentliche Thema woanders liegt als gedacht?
- Kann ich Unsicherheit aushalten, während Klarheit entsteht?
- Bin ich bereit, Verantwortung für meine eigene Sichtweise zu übernehmen?
- Interessiert mich das Warum ebenso wie der Weg nach vorn?
- Fühle ich mich von dieser Art der Arbeit angezogen — auch wenn sie mich herausfordert?
Ein erster Schritt zur Klarheit
Die meisten Menschen wissen längst, dass Innehalten, bewusstes Atmen und Stille ihnen guttun würden — die Forschung bestätigt es, die eigene Erfahrung ebenso. Und doch fällt kaum etwas schwerer: einfach da sein, ohne Ablenkung, ohne Aufgabe, mit sich allein. Dieses Zögern ist kein Versagen. Es ist oft der erste Hinweis auf das, was um Aufmerksamkeit ringt.
Genau hier setzen die Atemübungen und Visualisierungen in meiner Arbeit an: Sie sind Werkzeuge der Klarheit — und zugleich ein Weg, herauszufinden, was uns davon abhält, besser auf uns selbst achtzugeben. Im bewussten Atmen gewinnen wir die Aufmerksamkeit für uns selbst zurück. In der Stille, wenn die Gedanken zur Ruhe kommen, öffnet sich ein Raum — für Intuition, für Imagination, für Lösungen jenseits des Gewohnten. Es ist genau jene Qualität der Selbstbegegnung, die uns keine Technologie je wird schenken können.
In meiner Arbeit schaffe ich Räume für solche Momente: kurze, begleitete Übungen, in denen wir Kraft schöpfen, freier werden von dem, was uns im Weg steht — und einander mit frischem Blick begegnen.
Der erste Schritt in der Arbeit mit Gruppen und Teams
Ein Ansatz in der Arbeit mit Gruppen und in Teams ist die Frage, welche Methoden bisher angewandt wurden — welche Erfahrungen damit gemacht wurden, ob sie positive und überprüfbare Ergebnisse geliefert haben, was tatsächlich gewirkt hat; und ob sich alle Beteiligten dabei gesehen, wertgeschätzt und wirklich wahrgenommen gefühlt haben. Ebenso, ob eine Bereitschaft besteht, sich alternativen Ansätzen zu öffnen, ob Vorschläge aus der Gruppe selbst entstehen und wie über sie gemeinsam abgestimmt wird.
Der Prozess darf organisch wachsen — und das ist bereits ein tieferer Vorgang: sich gehört fühlen, zuhören, einander ausreden lassen, das Für und Wider in aller Offenheit abwägen. Selbstreflexion entsteht hier von innen heraus, ohne dass sie eigens zur Übung erklärt werden müsste.
In diesen Prozess fügen sich Methoden ein, die genau das nähren: Übungen zur Selbstwahrnehmung, zur bewussten Körperpräsenz, zur Stille. Präsenz und Aufmerksamkeit wachsen aus dieser Grundlage. Insbesondere Übungen zur peripheren Wahrnehmung öffnen wieder den Blick, der durch Bildschirme und mobile Geräte verengt wurde.
Sprechen und Zuhören sind Werkzeuge von außerordentlicher Wirkungskraft. Und darunter liegt die interessante Frage: Welche innere Dynamik hat bisher die Kommuniktion geprägt — und wie beeinflusst das die Fähigkeit mit Konflikten umzugehen? Sowohl in der Prävention als auch in der Kompetenz.
Was ist das Ergebnis?
Ich habe noch nie einen Menschen begleitet, der am Ende mit seinem früheren Selbst hätte tauschen wollen. Gleich wie schwer es manchmal war, in den Spiegel zu schauen.
Mir zu vertrauen — gerade dann, wenn innere Widerstände sich zeigen, wenn tiefere Gefühle aufbrechen, wenn man über sich selbst erstaunt ist, mitunter erschüttert. Am Ende steht etwas, das sich kaum beschreiben lässt: ganz bei sich angekommen zu sein. Ballast abgelegt zu haben. Viele Möglichkeiten zu sehen — und frei davon, sich fortwährend zwischen Scylla und Charybdis entscheiden zu müssen.
Eine innere Freiheit entsteht. Die Fähigkeit, eher zu schweigen als zu reagieren. Klare Grenzen zu setzen. Seltener Angst zu haben — und sie, wenn sie kommt, mit Abstand zu betrachten. Sich selbst zu kennen. Sich so anzunehmen, wie man ist.
Langsam zu lernen, was es bedeutet, anderen ein Vorbild zu sein. Denn nur das, was wir vorleben, inspiriert andere — sich selbst zu erforschen, sich von der eigenen Vergangenheit zu lösen.
Dieser Weg ist ein Prozess der Selbstermächtigung. Zu erkennen, wie viel Macht wir Dingen gegeben haben — Ideen, Befürchtungen, alten Geschichten, die wir uns fortwährend selbst erzählen — und diese Macht zurückzufordern. So entsteht Souveränität. Herrscher und Herrscherin zu werden über das eigene Leben.
Analyse und Einschätzung der Situation
Nach dem Orientierungsgespräch folgt die Situationsklärung — vor Ort im Team oder in meiner Praxis in Potsdam.
Ich nehme mir dafür einen halben Tag.
Ich höre zu, beobachte, stelle Fragen. Das Ergebnis: eine Einschätzung der Situation mit konkreten Empfehlungen — als Grundlage für die weitere Zusammenarbeit.
Die Situationsklärung ist kostenpflichtig und wird bei Beauftragung anteilig angerechnet.
Honorar: 1.200 € – 2.500 € — je nach Umfang.
Weitere Fragen?
Worin liegt der Unterschied zu klassicher Führungskräfteentwicklung?
In meiner Arbeit gehen wir der Frage nach, welcher Bedeutung einer Situation oder Erfahrung beigemessen wird. Wie diese Bedeutung Entscheidungen und Verhalten oft unbewusst beeinflusst. Wie über Bedeutung eine Identität erschaffen wird, die selten mit der Person zu tun hat, die wir sein wollen.
Leadership definiere ich als die Fähigkeit: Wie werde ich mir und anderen gerecht?
Generell: Wie finde ich Klarheit darüber, wie ich in einem beständig wechselnden Umfeld bestehen und mich weiterentwickeln kann. Konkret: Im nächsten Meeting. In der Entscheidung unter Zeitdruck. Im Umgang mit Vorgesetzten und Mitarbeitenden. Zwischen Gesundheit und Performance. Zwischen Beruf und Familie.
Erlange ich Klarheit über die darunterliegenden inneren Konflikte, die mit Bedeutungen, Erwartungen und Vorbehalten einhergehen, so erweitere ich meinen Handlungsspielraum, treffe präzisere Entscheidungen und weiß Prioritäten zu setzen — die mich befähigen, in die Zukunft zu schauen, anstatt mich von der Vergangenheit definieren zu lassen.
Was unterscheidet Ihre Arbeit mit Teams von klassischer Teamentwicklung?
Wir gehen der Frage nach: Wenn Unzufriedenheit herrscht, wenn Konflikte schwelen — offen oder verdeckt —, und alle spüren, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist, warum fällt es dann so schwer, genau das in Worte zu fassen?
Als eine konstruktive Begegnung und gelebte Konfliktprävention — mit dem Ziel, gemeinsam dorthin zu gelangen, wo alle eigentlich hinwollen: in ein Arbeitsumfeld, in dem sich jeder wohlfühlt, respektiert und wirklich wahrgenommen fühlt.
In dieser Arbeit stellen wir die heiklen Fragen. Wir fragen, was es braucht, um gemeinsam nach Antworten zu suchen. Das Team erhält die Verantwortung zurück: Lösungen zu entwickeln, sie verbindlich umzusetzen und Eigenverantwortung zu übernehmen — für die interne Kommunikation ebenso wie für die Arbeit an sich selbst.
Als Mentorin stelle ich den Raum zur Verfügung: einen Raum, in dem bestehende Konflikte ausgesprochen und ausgetragen werden können, bevor sie eskalieren. In dem Missverständnisse geklärt werden, bevor sie eine Eigendynamik entwickeln. In dem Gruppendynamik entschärft wird, bevor daraus ein ernsthaftes Problem erwächst.
Arbeiten Sie therapeutisch?
Ich arbeite weder therapeutisch noch psychotherapeutisch und stelle keine Diagnosen. Menschen, die sich in einer akuten psychischen Krise befinden oder eine diagnostizierte Erkrankung behandeln lassen möchten, verweise ich an entsprechende Fachleute.
In die Tiefe zu gehen, Muster zu erkennen — das ist der Therapie durchaus verwandt, doch keineswegs ihr allein vorbehalten. Im Mentoring geschieht dies auf dem Weg der angeleiteten Selbstreflexion: durch Fragen, die den gewohnten Blick verschieben, durch das gemeinsame Betrachten wiederkehrender Dynamiken innerhalb eines klar strukturierten Rahmens und eines sicheren Raumes.
Welche Rolle spielt Neurobiologie in Ihrer Arbeit?
Die Neurobiologie liefert faszinierende Einblicke in das, was bei Veränderungsprozessen geschieht — wie das autonome Nervensystem Stress und Sicherheit reguliert, wie neuronale Bahnen sich durch Wiederholung verfestigen und unter welchen Bedingungen sie sich neu ordnen. Dieses Wissen bereichert meine Arbeit als Verständnisrahmen.
Ebenso wesentlich ist meine eigene Prägung durch jahrelanges Training in somatischen Disziplinen wie Body-Mind-Centering und Contact Improvisation. Die über fünfzigjährige Forschungsarbeit von Bonnie Bainbridge Cohen, der Begründerin des Body-Mind Centering, wurde von der Neurobiologie bislang kaum gewürdigt — obwohl sie vieles vorwegnimmt, was die Wissenschaft heute erst zu entdecken beginnt.
Body-Mind Centering ist ein erfahrungsbasierter Ansatz, der die Verbindung von Körper und Bewusstsein über die gezielte Wahrnehmung einzelner Körpersysteme — Organe, Gewebe, Flüssigkeiten, Knochen, Nervensystem — erforscht und erfahrbar macht.
Was unterscheidet diese Arbeit von Verhaltensanalyse
Verhaltensanalyse klassifiziert, was jemand tut. Das Ergebnis ist ein Profil.
Zwei Menschen reagieren auf denselben Konflikt völlig verschieden — durchaus wegen ihrer Persönlichkeitstypen, doch was wir erarbeiten, sind die unbewussten Bedeutungen, die einer Situation oder Erfahrungen gegeben werden. Diese Bedeutungen sind biografisch gewachsen.
Meine Arbeit erforscht, was das Muster aufrechterhält, und initiert Veränderungsprozesse, um mehr Klarheit darüber zu erlangen, wer wir sind und sein wollen.