Vom Mut, nach innen zu blicken
Und warum fällt es uns bisweilen so schwer, angemessen damit umzugehen, ihn überhaupt als solchen wahrzunehmen oder zu vermeiden?
Wir alle sehen die Welt mit unseren eigenen Augen, geprägt durch unsere Entwicklungsgeschichte — gesellschaftlich wie familiär. In uns leben unterschiedliche Werte, Erinnerungen, die uns dünnhäutig machen oder verhärten. Wir stellen Vermutungen an, treffen in unglücklichen Momenten voreilige Entscheidungen, die wir später bereuen. Dauerhaft gelassen, souverän und voller Empathie — das gelingt den meisten nur in günstigen Augenblicken. Es sei denn, wir leben in der Abgeschiedenheit eines Klosters oder Tempels.
Wir alle durchleben lichte und dunkle Tage. Bisweilen holt uns das Leben ein, stellt uns vor das Verhalten anderer, das uns verletzt, sogar entsetzt. Wir fühlen uns verwundet — und schauen lieber nach vorne als nach innen. Der erste Schritt nach innen bedarf des Mutes.
Und doch ist es ein Thema so alt wie das Miteinander selbst: Wie wir im Miteinander leben und uns weiterentwickeln. Wie wir unserem eigenen Schatten begegnen und zu weisen Herrscherinnen und Herrschern über unser Leben werden. Wie wir in Verantwortung handeln und dabei das größere Ganze im Blick behalten.
Die Mythen und Märchen, die Archetypen der Seele, jene erhellenden Einblicke in unser eigenes Seelenleben, wie sie C.G. Jung offenbarte — das war der Anfang meines eigenen Weges. Auf diesem Weg bin ich wunderbaren Menschen begegnet, Meistern und Meisterinnen ihres Fachs, die mich zutiefst inspiriert haben — und mich beflügelten, Konventionen hinter mir zu lassen und meinen eigenen Weg zu gehen.
In diesem Blog schreibe ich über die Erfahrungen, Begegnungen und Perspektiven, die meinen Blick auf Konflikte, biographische Muster und innere Orientierung geschärft haben — halte Rückschau auf mein bisheriges Leben und teile, was mich bewegt und geprägt hat.